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Stand der anthropologischen Forschungen zum Gladiatorenfriedhof in Ephesos. Jahreshefte des Ãsterreichischen Archäologischen Institutes in Wien|Band 74/2005|

Feb 28, 2007 · 2 authors · 3 topics

Der große Anteil dislozierter Knochen und die unregelmäßigen Lagen der Bestatteten deuten 1 Übersichtsplan der Ostseite des Panayırdağ mit Lokalisation der einzelnen Grabkomplexe wurzel) entsteht nach dem Zahndurch bruch infolge der dann einwirkenden mechanischen Kaubelastung jährlich ein Zuwachsring in Form einer Dop pelbande aus je einem hellen, schwach mineralisierten und einem dunklen, stark mineralisierten Ring (Abb. 2 r. u. im Detail). Ab der deutlich untermine ralisierten Durchtrittslinie des Zahnes (hier im 13. Lebensjahr) werden die Zuwachsringe gezählt (in diesem Fall 9), was ein Sterbealter von 22 Jahren ergibt. Mithilfe der hinreichend gro ßen Stichprobe konnte die im Normal fall angewendete, einfach und schnell zu handhabende makromorphologische Methode der Sterbealtersbestimmung, die im konkreten Fall ein Sterbealter von 25–28 Jahren ergab, modifiziert und den realen Verhältnissen besser angepasst werden. Die Körperhöhenschätzungen für männliche Skelettindividuen erfolgten anhand der Tabellen von E. Breitinger , für weibliche Skelettindividuen nach H. Bach . Zur Bestimmung der Minimum Number of Individuals (MNI) wurde nach T. D. White 10 vorgegangen; nachstehend eine Auflistung der verwendeten Skelettregionen (mit Abkürzungen): Aus dem Bereich des Cra niums das Os petrosum (PET), das Os occipitale (OCC), die Glabella (GLA) und das Os zygomaticum (ZYG), weiters wurden alle Zähne (DEN) und vom Postcranium der Humerus (HUM) und das Femur (FEM) berück sichtigt. Die Methoden der Leichenbranduntersuchungen entsprechen denjenigen von F. W. Rösing 11 und J. Wahl 12, osteopathologische Veränderungen wurden nach bewährten Lehr- und Handbüchern 13 erfasst und differential diagnostisch beurteilt. Der Zahnkaries wurde verstärktes Augenmerk geschenkt: Die Karieshäufigkeit in einer Population kann entweder über den Prozentsatz der Individuen mit mindestens einem kariösen Defekt (Kariesfrequenz) oder über den Prozentsatz der kariösen Zähne (Kariesintensität) bestimmt werden. Um die Kariesintensität korrekt ermitteln zu können, ist die Erfassung des intravitalen Zahnverlustes notwendig, ist doch dieser fast immer Ursache eines vorangegangenen Kariesbefalls. Der hohe Dislokationsgrad der Bestatteten im Bereich des Gladiatorenfriedhofs macht nur die Bestimmung der Kariesintensität sinnvoll. E. Breitinger, Zur Berechnung der Körperhöhe aus den langen Gliedmaßenknochen, Anthropologischer Anzeiger 14, 1937, 249 ff. H. Bach, Zur Berechnung der Körperhöhe aus den langen Gliedmaßenknochen weiblicher Skelette, Anthropologischer Anzeiger 20, 1965, 12 ff. 10 T. D. White, Human Osteology² (2000); ders., Prehistoric Cannibalism at Mancos 5MTUMR-2346 (1992). 11 F. W. Rösing, Methoden aus Aussagemöglichkeiten der anthropologischen Leichenbrandbestimmung, Archäologie und Natur wissenschaft 1, 1977, 53 ff. 12 J. Wahl, Ein Überblick über die Bearbeitung und Aussagemöglichkeiten von Brandgräbern, PZ 57, 1982, 1 ff. 13 D. R. Brothwell – T. D. Sandison, Disease in Antiquity (1967); M. Eder – P. Gedigk, Lehrbuch der Allgemeinen Pathologie und der Pathologischen Anatomie (1985); J. H. Holzner (Hrsg.), Arbeitsbuch Pathologie (1985); D. J. Ortner – G. J. Putschar, Iden tification of Pathological Conditions in Human Skeletal Remains (1981); P. A. Janssens, Paleopathology. Diseases and Injuries of Prehistoric Man (1970); R. T. Steinbock, Paleopathological Diagnosis and Interpretation. Bone Diseases in Ancient Human Populations (1976); S. Zivanovic, Ancient Diseases (1982). Leichenbrand aus den beiden im selben Grabungsbereich geborgenen Pithoi (Pithos I und Pithos II). Als Vergleichsgruppe dienen die Skelette aus den Grabungen im Bereich der Damianosstoa der Jahre 1991-94. Mit Ausnahme der Individuen der sog. Ost-und Westkammer der Grabung 1991 (3.-5. Jh.) handelt es sich dabei um Ephesier des 1.-3. Jahrhunderts n. Chr. 5 . Die Vergleichsstichprobe umfasst 55 Erwachsene (28 Frauen und 27 Männer), davon 18 Erwachsene ( 10 Frauen und 8 Männer) aus der sog. Ost-und Westkammer der Grabung Damianosstoa 1991, im Folgenden bezeichnet mit DAM91, weiters 6 Erwachsene (3 Frauen und 3 Männer) aus dem sog. Feigengarten der Grabung Damianosstoa 1992, im Folgenden bezeichnet mit DAM92, dazu 16 Erwachsen (8 Frauen und 8 Männer) aus der Grabung Damianosstoa 1993, Sondage 1, Laufmeter 32-35 und Sondagen 2, 3 und 4, im Folgenden mit der Bezeichnung DAM93NG, und schließlich 15 Erwachsene (7 Frauen und 8 Männer) aus der Grabung Damianosstoa 1994, im Folgenden bezeichnet mit DAM94. Die Lage der einzelnen Grabkomplexe geht aus dem Übersichtsplan Abbildung 1 hervor. Die Sterbealters-und Geschlechtsdiagnosen wurden in Anlehnung an die anlässlich der paläodemographischen Konferenz in Sarospatak erarbeiteten Richtlinien vorgenommen 6 . Die üblicherweise verwendeten morphologischen Kriterien für die Diagnose des Sterbealters wurden modifiziert: Anhand einer definierten Stichprobe histologischer, in Kunstharz eingebetteter Dünnschliffe von Prämolaren wurde versucht, das tatsächliche Sterbealter zu ermitteln 7 . Die Vorgangsweise wird kurz in Abbildung 2 oben dargestellt: links oben die Ansicht einer Mandibula (Unterkiefer) von rechts, darunter deren Zahnbogen mit den Kauflächen. Der Grad der Abrasion dieser Flächen kann mit dem Sterbealter mehr oder weniger korrelieren, ist aber von vielen Faktoren, wie z. B. der Zusammensetzung der Ernährung, abhängig und deshalb nicht immer zuverlässig zu bestimmen. Im Zahnzement der Zahnwurzel (Abb. 2 r. o.: histologischer Querschnitt durch die Zahn-wurzel) entsteht nach dem Zahndurchbruch infolge der dann einwirkenden mechanischen Kaubelastung jährlich ein Zuwachsring in Form einer Doppelbande aus je einem hellen, schwach mineralisierten und einem dunklen, stark mineralisierten Ring (Abb. 2 r. u. im Detail). Ab der deutlich untermineralisierten Durchtrittslinie des Zahnes (hier im 13. Lebensjahr) werden die Zuwachsringe gezählt (in diesem Fall 9), was ein Sterbealter von 22 Jahren ergibt. Mithilfe der hinreichend großen Stichprobe konnte die im Normalfall angewendete, einfach und schnell zu handhabende makromorphologische Methode der Sterbealtersbestimmung, die im konkreten Fall ein Sterbealter von 25-28 Jahren ergab, modifiziert und den realen Verhältnissen besser angepasst werden. Die Körperhöhenschätzungen für männliche Skelettindividuen erfolgten anhand der Tabellen von E. Breitinger foot_3 , für weibliche Skelettindividuen nach H. Bach foot_4 . Zur Bestimmung der Minimum Number of Individuals (MNI) wurde nach T. D. White 10 vorgegangen; nachstehend eine Auflistung der verwendeten Skelettregionen (mit Abkürzungen): Aus dem Bereich des Craniums das Os petrosum (PET), das Os occipitale (OCC), die Glabella (GLA) und das Os zygomaticum (ZYG), weiters wurden alle Zähne (DEN) und vom Postcranium der Humerus (HUM) und das Femur (FEM) berücksichtigt. Die Methoden der Leichenbranduntersuchungen entsprechen denjenigen von F. W. Rösing 11 und J. Wahl 12 , osteopathologische Veränderungen wurden nach bewährten Lehr-und Handbüchern 13 Die Bestimmung der chemischen Zusammensetzung der Knochen erfolgte aus Bohrkernen der Knochenkompakta; mit einem Diamant-Trepanationsbohrer (Dm 1 cm) wurden diese aus der Diaphysenmitte von Humerus und Femur gewonnen. Nach einem Totalaufschluss wurden Elementprofile der mineralischen Bestandteile atomspektroskopisch (ICP-AES) gemessen 16 und die Mittelwerte der einzelnen Gruppen miteinander verglichen.

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KANZ, FabianGROSSSCHMIDT, Karl
Insect and Arachnid Ecology and BehaviorSubterranean biodiversity and taxonomyColeoptera Taxonomy and Distribution
PublishedFeb 28, 2007
TypeBook
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