Lernprozesse beim elektrischen Stromkreis
Niedderer, Hans; Goldberg, Fred
In einer Serie von Lerninterviews wurden die Lernprozesse von drei College-Studentinnen (zukünftigen Primarstufenlehrerinnen) beim elektrischen Stromkreis untersucht. Die empirische Basis für die Analyse ihrer Lernpfade und Wissenskonstruktionen besteht in einer interpretativen Analyse der Transkripte von sechs Unterrichtsdoppelstunden, in denen die Studentinnen sowohl selbst Experimente durchführten als auch mit einer speziellen Computersoftware arbeiteten. Ihre Lernpfade werden durch aufeinander folgende kognitive Zustände (Vorstellungen) und dazwischen ablaufende Prozesse beschrieben. Ausgehend von einem "Alltags-Strom-Konzept", das aus den Arbeiten zu "Schülervorstellungen" gut bekannt ist, führt der Lernprozess in drei aufeinanderfolgenden Schritten zu den Zwischenvorstellungen "positiver und negativer Strom", "Elektronen-Strom" und "Strom mit Elektronendruck". Die Analyse ergibt eine hypothetische Liste von kognitiven Werkzeugen, die von den Studentinnen bei ihren Wissenskonstruktionen benutzt werden, und hypothetische Aussagen über die Auswirkungen des Unterrichts auf die Lernprozesse. (DIPF/Orig.)